von Marco J. Bodenstein
von Prof. Dr. Theo Reim
von Dr. Helmut Bachmaier
zu: Elan Vital |
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Natur
von
Rund
Kreis- und Kugelform gelten als Zeichen der Vollendung. Der Sphairos, die Kugelgestalt,
war in der Antike der Inbegriff des Vollkommenen. In diesen Formen gibt es keinen
Anfang und kein Ende: beide sind darin miteinander verbunden oder ineinander
verschlungen. Das Leben und der Lebensfluß, das Strömende und Fließende,
vertragen keine Winkel und keine Härten, sondern nur das weiche Rund. Überdies
sind alle organischen Formen gerundet wie das Erden-, wie das Körperrund.
Christian Peschke gibt deshalb allen seinen Figuren eine exzeptionelle Rundung,
sei es das Oval oder den geschnittenen Halbkreis. Zudem werden seine Shulpturen – wie
etwa das große Frauen-Idol – durch eine Körperlinie bewegt,
durch eine S-Linie, die von oben nach unten verläuft und die Drehung des
Körpers betont und seine Umrisse modelliert.
Der gerundete Körper, das Leiboval, die ausgreifenden Kurven, die modellierenden
Körperlinien gehören zur spezifischen künstlerischen Handschrift
von Christian Peschke. Mit diesem Formenrepertoire will er auf das Vollkommene
des menschlichen Leibes, auf seine Vielfalt und Einheit, auf seine natürliche
Schönheit verweisen. In einer Zeit, in der durch Werbung der schlanke und
asketische Leib zum Ideal geworden ist, sind seine Akte und Frauenkörper
ein ästhetischer Gegenentwurf, der die Kunstgeschichte hinter sich weiß.
Denn die großen Meister- ob Rubens oder Matisse – haben dem Rund
des Körpers und seinen natürlichen Formen kraftvolle Züge verliehen
und Körperpräsenz nachdrücklich unterstrichen.